

Besondere
Sektionen
Rituale
Im Jiddischen gibt es ein Sprichwort: „Vegn a bisl boyml makht men asa groyssn yontev?“ – „Wegen ein bisschen Öl machen wir so ein großes Fest?“ Die augenzwinkernde Frage verweist auf etwas Wesentliches jüdischer Tradition: die Fähigkeit alltäglichen Handlungen und scheinbar kleinen Ereignissen eine tiefere Bedeutung zu verleihen.
Rituale sind dabei weit mehr als religiöse Vorschriften. Sie strukturieren das Leben, stiften Gemeinschaft und schaffen Verbindungen – zwischen Generationen, innerhalb von Familien und zwischen Menschen und ihrem Glauben. Sie begleiten Momente der Freude ebenso wie Zeiten des Abschieds, markieren Übergänge und geben Orientierung in einer sich wandelnden Welt.
Die Filme dieser Sektion widmen sich den Ritualen, die jüdisches Leben über Kontinente hinweg in seiner Vielfalt prägen. Sie richten den Blick auf jene besonderen Momente, in denen das Alltägliche sich in etwas Bedeutungsvolles verwandelt: eine Brit Mila, Bar- oder Bat-Mizwa, auf familiäre Traditionen und den Abschied, der im Kaddisch seinen Ausdruck findet.
Die Filme zeigen, wie Rituale Zugehörigkeit schaffen, Identität formen und Gemeinschaft über Generationen hinweg lebendig halten.
Uncommon Ground
Wie Geschichte erzählt und erinnert wird, bestimmen häufig die Sieger*innen. In Israel und Palästina jedoch wird Geschichte fortwährend durch Erinnerung neu erzählt. Jede Generation blickt anders auf dieselben Ereignisse – geprägt von eigenen Verlusten, Hoffnungen und offenen Wunden. Die Vergangenheit vergeht nie ganz; sie bleibt eine Kraft, die Identitäten, Grenzen und den Alltag bis heute formt.
Die Filme dieser Sektion versammeln reale und fiktionale Geschichten aus fast acht Jahrzehnten von Krieg, Konflikt, Besatzung und immer wieder enttäuschten Hoffnungen auf Zusammenleben. Sie reichen vom Ende der Kolonialzeit über die tiefgreifenden Umbrüche des Jahres 1948 bis zum 7. Oktober 2023 und seinen schmerzhaften Folgen. In Spiel- und Dokumentarfilmen, Lang- und Kurzfilmen begegnen sich politische Geschichte und persönliches Erleben: Institutionen treffen auf Gemeinschaften, gesellschaftliche Leitbilder auf individuelle Erfahrungen, kollektive Erinnerung auf private Schicksale.
Der Titel dieser Sektion verweist darauf, dass ein gemeinsamer Boden oft schwer zu finden ist. Und doch zeigen diese Filme, dass eine andere Form von Gemeinsamkeit möglich bleibt: nicht als Einigkeit, nicht als geteilte Ideologie, sondern als geteilte Verletzlichkeit. Sie laden dazu ein, Geschichte nicht aufzulösen, sondern ihre Widersprüche auszuhalten. Denn jeder politische Konflikt wird letztlich durch individuelle Leben erfahren – und dieselbe Landschaft kann mehrere, miteinander kollidierende Wahrheiten in sich tragen.

Besondere
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Rituale
Im Jiddischen gibt es ein Sprichwort: „Vegn a bisl boyml makht men asa groyssn yontev?“ – „Wegen ein bisschen Öl machen wir so ein großes Fest?“ Die augenzwinkernde Frage verweist auf etwas Wesentliches jüdischer Tradition: die Fähigkeit alltäglichen Handlungen und scheinbar kleinen Ereignissen eine tiefere Bedeutung zu verleihen.
Rituale sind dabei weit mehr als religiöse Vorschriften. Sie strukturieren das Leben, stiften Gemeinschaft und schaffen Verbindungen – zwischen Generationen, innerhalb von Familien und zwischen Menschen und ihrem Glauben. Sie begleiten Momente der Freude ebenso wie Zeiten des Abschieds, markieren Übergänge und geben Orientierung in einer sich wandelnden Welt.
Die Filme dieser Sektion widmen sich den Ritualen, die jüdisches Leben über Kontinente hinweg in seiner Vielfalt prägen. Sie richten den Blick auf jene besonderen Momente, in denen das Alltägliche sich in etwas Bedeutungsvolles verwandelt: eine Brit Mila, Bar- oder Bat-Mizwa, auf familiäre Traditionen und den Abschied, der im Kaddisch seinen Ausdruck findet.
Die Filme zeigen, wie Rituale Zugehörigkeit schaffen, Identität formen und Gemeinschaft über Generationen hinweg lebendig halten.
Uncommon Ground
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Die Filme dieser Sektion versammeln reale und fiktionale Geschichten aus fast acht Jahrzehnten von Krieg, Konflikt, Besatzung und immer wieder enttäuschten Hoffnungen auf Zusammenleben. Sie reichen vom Ende der Kolonialzeit über die tiefgreifenden Umbrüche des Jahres 1948 bis zum 7. Oktober 2023 und seinen schmerzhaften Folgen. In Spiel- und Dokumentarfilmen, Lang- und Kurzfilmen begegnen sich politische Geschichte und persönliches Erleben: Institutionen treffen auf Gemeinschaften, gesellschaftliche Leitbilder auf individuelle Erfahrungen, kollektive Erinnerung auf private Schicksale.
Der Titel dieser Sektion verweist darauf, dass ein gemeinsamer Boden oft schwer zu finden ist. Und doch zeigen diese Filme, dass eine andere Form von Gemeinsamkeit möglich bleibt: nicht als Einigkeit, nicht als geteilte Ideologie, sondern als geteilte Verletzlichkeit. Sie laden dazu ein, Geschichte nicht aufzulösen, sondern ihre Widersprüche auszuhalten. Denn jeder politische Konflikt wird letztlich durch individuelle Leben erfahren – und dieselbe Landschaft kann mehrere, miteinander kollidierende Wahrheiten in sich tragen.
Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main K.d.ö.R. – Kultur
Westendstraße 43
60325 Frankfurt
069 76 80 36-100
kultur@jg-ffm.de
juedische-filmtage.com
jg-ffm.de
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